DAB+ aus Italien an meinem QTH in Südost Kärnten

Seit diesem Jahr (2025) senden am grenznahen Monte Lussari in Italien zwei DAB+ Multiplexe für Tarvis (Tarvisio) und die umliegenden Gemeinden (Comune).

In den letzten Tagen und Wochen habe ich mich etwas mehr mit DAB+ aus Italien bzw. vom Monte Lussari auseinandergesetzt.
Der Kanal 7D von DABItalia ist bei mir daheim (nahe Eberndorf, Bezirk VK) „relativ“ einfach zu empfangen. Ein einfacher Dipol am Dach genügt, eine Yagi ist nicht notwendig (das Signal ist in dem Fall nicht stark, aber alle Sender spielen sauber).

Überraschenderweise habe ich es geschafft, neben dem Kanals 7D (DAB Italia) nun auch den Kanal 9B (GODAB) im südlichen Jauntal mehr oder weniger dauerhaft zu empfangen.

Wie schon geschrieben, der Kanal 7D von DABItalia spielt praktisch immer, es ist auch nicht viel Antennenaufwand notwendig.
Aber beim Kanal 9B habe ich mir aufgrund meiner geografischen Lage (am Rande der Karawanken), der geringen Sendeleistung (aktuell nur +/- 15 Watt) und dem Antennendiagramm keine bzw. oder kaum Hoffnungen gemacht, diesen Mux empfangen zu können.
Nachdem ich auch die UKW Programme von der RAI Sendeanlage am Monte Lussaria nur „erahnen“ kann sah ich keine Chance den Mux zu empfangen.
Zwar habe ich nach der Inbetriebnahme versucht, die Sendeanlage mit einer Yagi zu empfangen, aber ich bekam kein Signal.

Was ich aber sehr wohl nutzen kann, ist der 2m Amateurfunk Repeater am Monte Lussari. Selbst mit nur 5W Sendeleistung am Transceiver ist dieses manmal nutzbar.
Dies gab mir zwar minimal Hoffnung, aber durch die wesentlich höhere Bandbreite von einem DAB+ Kanal, verglichen mit einem FM Signal, sah ich dennoch keine Chance bei dem genutzten Diagramm und der Sendeleistung.

Nachdem mitte Oktober der Kanal 7D ebenso vom Monte Lussari, aber mit wesentlich mehr Sendeleistung in die Luft gegangen ist, habe ich am Dach wieder Versuche mit einer Yagi unternommen. Auf der Suche nach dem Signalmaximum habe ich festgestellt, dass das stärkste Signal nicht direkt in Richtung West vom Sender kommt, sondern in Richtung Nordost.
Das Signal war also aus Nordost Richtung nicht nur ein wenig stärker, sondern sogar um einige dB.
In diesem Fall ist offensichtlich das Koralpenmassiv mein Reflektor.

Ich gab daher dem Kanal 9B in dieser Antennenrichtung nochmals eine Chance und montierte die Antenne horizontal in Richtung der Koralpe (also quasi die komplett falsche Richtung).
Unten im Haus per SDR-Stick verbunden und mit der Software „AbracaDABra“ manuell den 9B ausgewählt. Zu meiner Überraschung sah ich ein Signal im Spektrum. Es war zwar schwach, aber es war da!
Nach einiger Zeit wurde sogar der Mux eingelesen, aber nur mit 4,0 bis 4,5 dB. Aber je später es wurde, desto stärker wurde das Signal.
So stark, dass ich sogar „Radio Romatica“ mit dem Fehlerschutz EEP 1-A immer wieder hören konnte – das hätte ich mir nicht erwartet. Immerhin bin ich vom Sender 86km entfernt, es sind Berge dazwischen und in meine Richtung gehen nur +/- 6W (laut fmscan.org).
Über die Reflexion sind es ca. 150km, die das schwache Signal zurücklegen muss.

Am nächsten Tag habe am Dach einen Platz mit dem höchsten Signalpegel für die Kanal 9B Antenne gesucht.
Anschließend die Antenne bzw. Leitung mit einem DAB+ Verstärker ausgestattet und fix montiert.
Ich kann nun sogar manchmal die Programme mit dem Fehlerschutz EEP 3-A hören, aber das Signal schwankt extrem. Aktuell habe ich Schwankungen von ca. 2dB – also von 4,5dB als Minimum bis zu 6,5dB als Maximum. Es ist aber nie stabil, daher kann ich die Programme kaum Aussetzerfrei hören (ausgenommen Radio Romatica mit EEP 1-A).
Spannend aber auch, dass es ich bis jetzt noch keinen Zusammenhang mit dem Wetter und den Signalschwankungen feststellen konnte. Selbst Schnee auf den Bergen und Minusgrade machen keinen wirklichen Unterschied.

In den kommenden Wochen wird die Empfangsanlage mit besseren Signalverstärkern ausgestattet. Ich bin gespannt, ob es anschließend Veränderungen geben wird, ich halte euch am laufenden!

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