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DAB+ Bundesmux – Phase 2 gestartet

Seit heute Mittwoch sind drei weitere Sendeanlagen vom österreichischem DAB+ Bundesmux offiziell on Air. Folgende Sender versorgenen nun weitere Teile Österreichs mit Digital Radio: Salzburg-Gaisberg (5,6kW), Innsbruck-Patscherkofel (10kW) und St. Pölten-Jauerling (5,6kW).

Die ersten Tests wurden schon im Oktober beobachtet, zeitweise waren die Sender auch schon einige Tage in Betrieb. Durchgehend in Betrieb sind diese nun seit Dienstag Nachmittag. Neben den jeweiligen Landeshauptstädten Salzburg, Innsbruck und St. Pölten werden nun auch große Teile der Bundesländer mit dem Bundesmux versorgt. Insgesamt sind nun 77% der österreichischen Bevölkerung versorgt – auch auf der gesamten Westautobahn hat man nun durchgehend DAB+ Empfang.

Leider gibt es gerade in Salzburg und Tirol viele Bereiche welche trotz der aktuellen Inbetriebnahme ohne DAB+ Versorgung bleiben. Ich gehe aber davon aus, dass nach Abschluss der vorerst letzten beiden Phasen weitere Gebiete für den Bundesmux erschlossen werden.

Der weitere DAB+ Ausbau

Phase 3, Ende Mai 2020, betrifft die Sender Bruck a.d. Mur-Mugel und Rechnitz-Hirschenstein. In der abschließenden vierte Phase, im August 2020, wird auch DAB+ endlich in Kärnten Realität. Mit etwas Verzögerung aufgrund von Umbauten gehen dann die Anlagen Klagenfurt-Dobratsch und Wolfsberg-Koralpe auf Sendung.

Neben dem Ausbau des Bundesmuxes gibt es auch Pläne für weitere Entwicklungen von DAB+ in Österreich. Es sind mindestens zwei weitere regionale Multiplexe geplant.

ORF bremst weiterhin bei DAB+

Langsam aber sicher kommt auch der ORF unter Zugzwang, da dieser nach wie vor nicht Digital terrestrisch empfangbar ist. Nachdem der zumindest laute, öffentliche Boykott des ORF gegenüber dem Radiostandard DAB+ nahezu eingestellt wurde versucht man noch über Lobbyismus zu intervenieren. Laut der „Wiener Zeitung“ soll ORF Generaldirektor Alexander Wrabetz „…im Vorfeld der laufenden Regierungsverhandlungen bei Türkis und Grün gegen DAB+ interveniert haben. Der ORF-Chef soll dabei hinter verschlossenen Türen DAB+ als „Totgeburt“ verunglimpft haben.“ (Wiener Zeitung Online, 5.12.19). Internationale Vergleiche zeigen, dass DAB+ keine „Totgeburt“ ist, sondern sich als europaweiter Digital terrestrischer Radiostandard etabliert hat. Auch DAB+ hatte Anlaufschwierigkeiten, allerdings ist der „Point of no return“ längst überschritten. Da der ORF nur auf Zeit spielt, bleibt nur die Frage: Wie lange noch?

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