Sporadic-E DX im UKW-Rundfunk und 2m Band – Teil 1

Sporadic-E Bandöffnung im 2m Amateurfunkband
Sporadic-E Bandöffnung im 2m Amateurfunkband (SSB Bereich)

In den Sommermonaten ist immer wieder möglich Radiosender aus Spanien, der Türkei oder Schweden zu empfangen. Auch im 2m Amateurfunkband können plötzlich Signale aus Ländern auftauchen, die man sonst nur auf der Kurzwelle hören kann.

In dieser Beitragsreihe möchte ich einen kurzen Überblick geben, was Sporadic-E ist und was ich mit dieser Art der Überreichweiten schon erleben durfte.

Was ist Sporadic-E

Als Sporadic-E werden Überreichweiten bezeichnet, welche meistens in den Sommermonaten zwischen Mai und August vorkommen können.
Dabei wird in der ca. 150km hohen Ionosphäre die s.g. E-Schicht sehr stark Ionisiert und Funkwellen können reflektiert werden (Sporadic-E „Wolken“). Durch diese unregelmässig vorkommenden Überreichweiten können in Frequenzbereichen, in den nur quasioptische Ausbreitungsbedingungen herrschen, wie z.b. dem 2m Band, Verbindungen zwischen 800- und 2000 Kilometer überbrückt werden (unter Normalbedingungen ca. 50 – 200km).

Frequenzen, Ausbreitungsbedingungen, Signalstärken und Reichweiten

Grundsätzlich kann man sagen, das Sporadic-E bei Frequenzen zwischen 25 MHz und bis zu 200 MHz vorkommt. In den USA wurde auch schon Sporadic-E im 1,25m Band (220 MHz, in Europa nicht erlaubt) beobachtet.

Je stärker die Sporadic-E Bedingungen, desto höher steigt die nutzbare Frequenz (MUF).
Wenn sich zum Beispiel Sporadic-E Überreichweiten im 10m und 6m Band bilden, jedoch im 4m Band und im UKW Rundfunkbereich keine DX Signale empfangbar sind, ist die MUF nicht so hoch.
An manchen Tagen gibt es jedoch Überreichweiten bis in den UKW Radiobereich oder sogar bis in das 2m Amateurfunkband.

Die Dauer der Überreichweiten ist dabei höchst unterschiedlich. Diese kann einige Sekunden bis zu mehreren Stunden betragen.

Typisch für Sporadic-E sind auch die Signalstärken, welche sehr stark (beim Radioempfang wie ein Ortssender, bzw. 5/9 im Amateurfunk) sein können. Innerhalb von ein paar Sekunden kann ein starkes Signal auch wieder komplett verschwunden sein.

Wie bereits geschrieben können die Reichweiten im Vergleich zu Normalbedingungen sehr hoch sein. Üblicherweise liegen diese zwischen 800 – 2000 Kilometer, je nach Art und Stärke der Überreichweiten.

Sehr selten, aber doch kommt auch zu „Mehrfachhop“ von Sporadic-E. Davon spricht man, wenn z.b. Signale über zwei voneinander unabhängige „Sporadic-E Wolken“ reflektiert werden.
In diesem Fall sind Verbindungen bis zu 3000km möglich.

Die Überreichweitenart Sporadic-E spielt also speziell im CB-Funk (11m), 10m, 6m, 4m und 2m Amateurfunkband eine Rolle.

Wie es vermutlich schon zu bemerken war, gehe ich in diesem Beitrag speziell auf das 2m Band sowie das UKW-Rundfunkband ein.
In diesem, ersten Teil, ging es speziell um eine Einführung und etwas Theorie zu diesem Thema. In der zweiten Ausgabe geht es dann um die Praxis, ihr dürft also gespannt bleiben!

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